Der mögliche Schadstoffeintrag aus dem Abfluss des Niederschlagswassers in Boden und Grundwasser ist bei der sickerfähigen Pflasterbauweise umstritten, da die Abflüsse von Verkehrsflächen vor allem Schwermetalle und Kohlenwasserstoffe erhöhter Konzentration enthalten. Mit dieser Thematik setzt sich unter anderem das ATV-Merkblatt M 153 auseinander, das den Schadstoffrückhalt in der belebten Bodenzone wesentlich höher als bei der sickerfähigen Bauweise mit Pflasterdecke einschätzt. Vor diesem Hintergrund wird der Einsatzbereich dieser Bauweise eingeschränkt.
Mit Blick auf den vorbeugenden Boden- und Grundwasserschutz sind diese Aussagen sinnvoll. Allerdings fanden Betonpflastersysteme mit guten Rückhalteeigenschaften keine Berücksichtigung.
Die Schadstoff-Problematik wurde von Klostermann frühzeitig erkannt und in Zusammenarbeit mit Forschungsinstituten engagiert angegangen. Der zweischichtige Aufbau des Pflastersystems geoSTON aus haufwerksporigem Beton mit feinporiger Vorsatzschicht aus Filterkörnungen kombiniert die erforderlichen Funktionen. Während das grobporige Gefüge für eine hohe Durchlässigkeit ausgelegt ist, hält die Vorsatzschicht Schmutzpartikel vor der Verlagerung in tiefere Schichten zurück.
Die Wirksamkeit ist durch zahlreiche Studien belegt. Zentrales Ergebnis aller Untersuchungen: Mehr als 80 % der eingetragenen Schadstoffe werden über einen Zeitraum von 50 Jahren in der Pflasterdecke zurückgehalten. Bei einer Bauausführung nach Herstellerangaben besteht für Boden und Grundwasser somit keine Gefahr. Um die Resultate der Laborforschung zu untermauern, folgten Messungen unter realen Bedingungen.
Untersuchung einer sickerfähigen Pflasterbauweise mit geoSTON
Da die ersten wasserdurchlässigen Verkehrsflächenbefestigungen mit hoher Filterwirkung mittlerweile seit über 15 Jahren bestehen, wurde ein haufwerksporiges Pflastersystem vom Typ geoSTON auf das Verhalten und die Konzentration der Schadstoffe untersucht.
Im Gegensatz zu den ATV-Regelwerken A 138 und M 153 trifft das Bundesbodenschutzgesetz klare rechtliche Vorgaben für die maximale Belastung des Bodens und Sickerwassers (BBodSchGes 1999). Sind die Vorgaben erfüllt, geht von der sickerfähigen Pflasterbauweise keine Gefährdung für Wasser und Boden aus. Die nicht rechtsverbindlichen Einschränkungen des ATV-Merkblatts M 153 sind daher für den untersuchten Fall nicht angebracht.
Das Objekt
Die Untersuchung fand im westfälischen Stadtlohn auf dem hoch frequentierten Parkplatz eines Einkaufsmarktes (Baujahr 1985) statt. Mögliche Boden- und Grundwasserschädigungen müssten heute durch Schadstoffanlagerungen im Untergrund ablesbar sein. Dies unter der Voraussetzung einer ausreichend hohen Versickerungsleistung mit vollständigem Abfluss des Niederschlagswassers.
Untersuchungsmethodik
Der hohe Anteil an Tropfölen gab Hinweise auf einen hohen Schadstoffeintrag. Zunächst wurde die Durchlässigkeit der Fläche mit dem Tropfinfiltrometer ermittelt. Anschließend wurden die Betonsteine aufgenommen, die Bettung und Tragschichten im Bereich der Ölflecken tiefengestuft beprobt. Des Weiteren folgten Proben vom unterlagernden Boden bis 30 cm Tiefe, um den Einfluss der Versickerung auf den Boden zu bestimmen.
Die Proben wurden im Labor auf Schwermetall- Konzentrationen wie Blei, Kupfer, Zink und Cadmium sowie auf Mineralölkohlenwasserstoffe und polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) untersucht. Dabei handelt es sich um die relevanten Stoffe im Abfluss von Verkehrsflächen.
Ergebnisse
Die Konstruktion des Oberbaus stellt sich wie folgt dar:
- 8 cm Steindicke
- Fugenfüllung aus Splitt 1/3 mm
- Bettung, bis 4 cm dick, Splitt 2/5 mm
- Tragschicht, ca. 20 bis 25 cm dick, (Kalksteinschottergemisch 2/45 mm)
Die Messung der Infiltrationsrate ergab im Bereich der Ölflecken etwa 440 l/(s x ha), im Randbereich des Parkplatzes ca. 2000 l/(s x ha). Schlussfolgerung: Eine ausreichende Versickerungsfähigkeit ist auch nach
15 Jahren unter hoher Verkehrsbelastung vorhanden. Das Niederschlagswasser ist über diesen Zeitraum vollständig durch die Fläche versickert.
Schwermetalle
Die Bestimmung der Schwermetall-Gesamtkonzentration richtete sich nach dem Königswasseraufschluss nach DIN 38414-7 (1983). Die Abbildung auf folgender Seite führt die Konzentration für Kupfer, Zink und Cadmium in den einzelnen Schichten des Aufbaus an.
Beurteilt wurden die Messergebnisse nach der Bundesbodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV) – ein untergeordnetes Regelwerk, das Vorsorge- und Prüfwerte für Böden aufführt. Grundlage der Prüfwerte waren die strengen Eckwerte für Kinderspielflächen.
Die höchsten Kupfer-, Zink- und Cadmiumkonzentrationen fanden sich in der Pflasterdecke, also im Bereich des Steins, der Fuge und Bettung. Die Prüfwerte für Kinderspielflächen werden bei weitem nicht erreicht. Alle gemessenen Konzentrationen liegen im unteren Bereich naturbelassener Böden (Scheffer und Schachtschabel 1998). Ergo: keine negative Beeinflussung der Bodenqualität.
Des Weiteren zeigen die Ergebnisse für die Pflasterdecke eine leichte Erhöhung der Schwermetallkonzentration an. Allerdings fällt die Anreicherung
so gering aus, dass die strengen Prüfwerte für Kinderspielflächen weit außerhalb jeder Reichweite liegen – selbst nach 15-jähriger Standzeit. Der untergelagerte Boden ist mit hoher Wahrscheinlichkeit völlig frei von Einträgen. Diese Ergebnisse decken sich mit den Laboruntersuchungen an der Universität Essen (Dierkes 1999).
Kohlenwasserstoffe
Bei den organischen Schadstoffen wurden die Mineralölkohlenwasserstoffe nach DIN 38409 (1981) bestimmt. Für die 16 polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffe war die EPA-Liste nach DIN 38407 (1981) maßgebend.
Verzeichnet wurde ein Eintrag von Mineralölkohlenwasserstoffen (Tropföle). Die höchsten Konzentrationen reicherten sich in der Fugenfüllung an. Auch im Feinkornanteil in der Tragschicht und im Boden fanden sich höhere Werte. Diese waren mit maximal 28 mg/kg jedoch sehr gering. Nota: Der Referenzwert des niederländischen Leitfadens zur Bodensanierung beträgt 50 mg/kg, der Untersuchungswert gar 1000 mg/kg. PAK konnten in keiner Probe nachgewiesen werden.
Fazit: Pkws trugen durch Ölverluste geringfügig zur Schadstoffbelastung bei. Eine Gefährdung des Bodens und Grundwassers ist jedoch ausgeschlossen.
Antworten für die Praxis
- Nach 15-jährigem Einsatz geringer Eintrag von Schwermetallen und Kohlenwasserstoffen.
- Konzentrationen erreichen selbst in den höchst belasteten Bereichen bei weitem nicht die Prüfwerte der Bodenschutz- und Altlastenverordnung.
- Geringer Mineralölkohlenwasserstoff-Eintrag ohne jegliche Beeinträchtigung des Bodens.
- Kein Nachweis von PAK.
- Auch bei hoher verkehrlicher Nutzung keine Gefährdung des Bodens und Grundwassers.
Sickerfähige Pflasterbauweisen und Schadstoffe - Verhaltensregeln
- Begrünte Pflastersysteme erzielen den höchsten Schadstoffrückhalt, Sickerfugensteine bzw. Steine mit Sickeröffnungen den geringsten.
- Alle sickerfähigen Pflastersysteme von Klostermann sind für hohe Rückhaltefunktionen optimiert.
- Tragschichten sollten einen hohen Kalkgehalt aufweisen und nicht aus einem Schotter ohne Nullanteile bestehen: Feinanteile lagern Schadstoffe an! Mineralstoffgemische ohne Feinanteile sind daher nicht geeignet.
Die Untersuchung des Reinigungsverfahrens geoCLEANING wurde auf einem sickerfähigen Pflastersystem des Typs geoSTON durchgeführt und anschließend bewertet. Ort: ein Schulhof. Zweck der Prüfung: Ist die Versickerungsfähigkeit einer zugesetzten wasserdurchlässigen Verkehrsflächenbefestigung regenerationsfähig? Maßstab waren die Vorgaben der geltenden Regelwerke.
Methodik
Um die Reinigungswirkung zu ermitteln, wurde die Versickerungsleistung an drei Stellen des Schulhofs gemessen. Jeweils vor und nach der Reinigung kam das Tropfinfiltrometer zum Einsatz. Der Aufbau: Zunächst wird ein Stahlring mit Zement auf der Testfläche befestigt. Anschließend wird die Fläche innerhalb und außerhalb des Rings durch eine Beregnungsanlage bewässert.
Über einen Wasserstandssensor wird die Beregnung im Ring auf einen Stand zwischen 1 und 3 mm gesteuert. Die versickerte Wassermenge wird über die Zeit aufgenommen und entspricht der maximalen Versickerungsleistung. Vorteil dieses Verfahrens gegenüber dem Doppelzylinder-Infiltrometer: Die Messung kann ohne signifikanten Überstau durchgeführt werden und gleicht so den Verhältnissen einer natürlichen Versickerung.
Das Reinigungsverfahren geoCLEANING
Das von natürlichSTEIN (Kooperation der Werke Klostermann und Godelmann für die gemeinsame Entwicklung und Produktion hochwertiger Betonsysteme) entwickelte Fahrzeug arbeitet nach dem Prinzip der Hochdruckreinigung mit kombinierter Vakuumabsaugung des Spülguts. Die Abmessung: 638 x 180 x 268 cm. Die Leistung der Hochdruckdüsen ist stufenlos von etwa 150 bis 300 bar regelbar.